Julia: Hurenherz

julia-tantra-massage-1Eine kraftvolle Erzählung unserer Kollegin Julia über den manchmal steinigen Weg als Tantramasseurin im „normalen“ (Beziehungs-) Alltag zu bestehen und aufrecht dazu zu stehen. Themen und Probleme mit denen fast alle Masseure und Masseurinnen leider immer noch zu kämpfen haben. Aber dieser Text macht Mut und Freude, zur eigenen Arbeit und inneren Berufung zu stehen sowie damit Lebenslust, Sinnlichkeit und sexuelles Wissen in die Welt zu tragen.

Tantramasseurin: ein schöner Beruf. Das kann ich endlich aus ganzem Herzen sagen, nach vielen Jahren der Auseinandersetzung mit meiner Arbeit. Im letzten Jahr, nach einer erneuten Trennung „wegen meiner Arbeit“, bin ich noch einmal verstärkt in Auseinandersetzung damit gegangen. Meine Ziele. Meine Werte. Meine Heimat. Freude, Schmerz. Ich habe drei wichtige Beziehungen in meinem Leben durch meine Arbeit verloren. Alle drei scheiterten an der Hilflosigkeit im Umgang mit den Ängsten, die meine Arbeit ausgelöst hat. An den Bewertungen. Vielleicht auch an der Angst vor den Bewertungen der Gesellschaft. An der Angst vor Verlust. Auch vor dem Verlust von Intimität und Exklusivität. Nach wirklich schlimmen Auseinandersetzungen mit meiner letzten Beziehung, meiner „großen Liebe“, in welchen meine Stellungnahme zu meiner Arbeit schlicht als Blase abgetan wurde und vielfältige Diagnosen aufgestellt wurden, die meine Tätigkeit als Tantramasseurin beurteilten oder untermalten, musste ich gehen. Mit gebrochenem Herzen, da ich das Gefühl hatte, über meinen Beruf weder gehört noch verstanden und letzten Endes auch nicht geliebt worden zu sein.

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Interview mit unserer Kollegin Astrid

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Was bewegt unsere Masseurinnen und Masseure außerhalb von Ananda? Welche Gedanken machen sie sich zur Tantramassage? Was für weitere Interessen und Talente gibt es in unserem vielfältigen Team? Hier könnt Ihr regelmässig Interviews mit unseren Teammitgliedern lesen, die zahlreiche weitere Facettten ihrer Persönlichkeit vorstellen. Den Anfang machen wir mit unserer Kollegin Astrid, die neben der Tantramassage ihre Zeit noch mit anderen und unvermuteten Tätigkeiten verbringt.

Was bedeutet Tantramassage für dich?

Tantramassage heißt für mich zuallererst:
Frieden schließen mit dem Körper, wie er ist. Wenn du dich zu Hause im eigenen Körper fühlst, wird nämlich plötzlich alles irgendwie „tantrisch“. Weil du dann deine Verbindung zu allem, was dich umgibt, so deutlich spüren kannst. Dein Körper öffnet sich für deine ursprüngliche Kraft und für eine leidenschaftliche Lebendigkeit. Und die Tantramassage verleiht dieser Lebendigkeit auch noch einen maximal schönen Ausdruck – ich sehe sie als ein Kunstwerk aus Bewegung und Stille, und auch als einen einzigartigen Fingerabdruck, den du unter der Haut und in der Seele deines Partners hinterlässt. Eine Spur, zu der dein Partner sich in jedem Moment neu ausrichten und an der er sich selbst Form geben kann. Meine eigenen Hände im Dienst von Schönheit und Würde zu erleben, ist ein erhebendes Gefühl.
Ja, ich weiß! Das ist ganz schön poetisch formuliert. Aber da fängt es eben schon an:
Auch Worte und Bilder können tantrisch sein, und ich denke, sie sind es immer dann, wenn sie berühren. Und sie dienen mir sogar, um mich selbst zu berühren. Weiterlesen

Dhyans Geschenk

Dhyan1Dhyan, März 2014 im Arp Museum, Bahnhof Rolandseck

Unsere Kollegin und Freundin Dhyan ist gestorben. Wir, ihre ANANDA-Schwestern, denken an sie mit viel Freude und Inspiration.

Als TantramasseurInnen befassen wir uns mit bewusster Körperwahrnehmung, intimer Berührung eines unbekannten Menschen und erotischer Kunst. Themen, die für uns Alltag sind, vertraut und inspirierend. Für andere Menschen sind sie jedoch ungewöhnlich und für viele auch ein Tabu. Etwas, dem mensch lieber ausweicht.

Seit September 2013 waren wir selbst mit einem ungewohnten Thema konfrontiert. Unsere Kollegin Dhyan teilte uns mit, dass sie Krebs hatte. Sie entschied sich, keine Chemotherapie zu machen und nicht zu kämpfen. Statt dessen begann sie, die Situation zu akzeptieren und sich auf ihren Tod vorzubereiten.

Durch ihre Offenheit mit dem Thema „Sterben“ und ihrer Erlaubnis und Einladung an uns, sie so nah begleiten zu dürfen, hat sie uns allen aus dem Ananda-Team ein großes Geschenk gemacht. Ihr letzter Weg ist durch Mut, ein großzügiges Herz, sowie dem hohen Anspruch, die Welt durch ihr Dasein mit Schönheit und Liebe zu bereichern, erfüllt gewesen. Dieser Weg hat uns nicht zuletzt deshalb alle so sehr bewegt, weil er in seiner Größe viel mit unserer Massagearbeit in ihrer schönsten Form zu tun hat. Wir, die wir Euch sonst auf der körperlichen Ebene berühren, möchten Euch deshalb an diesem letzten Geschenk von Dhyan, das unsere Herzen so tief berührt hat, teilhaben lassen – ein Wunsch, den sie als Auftrag an uns hatte und den wir gern so gut wie möglich erfüllen.

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Im Bauch der Schwitzhütte: Das Ananda-Teamtreffen in der Eifel

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Teamrunde am Lagerfeuer, Foto: Antonia Vilos (zum Vergrößern bitte anklicken)

„Ich habe noch an keinem Arbeitsplatz solche Gespräche erlebt und mich menschlich so aufgehoben gefühlt“. Als eine der Frauen das sagt, gehen mir tausenderlei Dinge durch den Kopf. Sie münden in dem Gedanken: Was für ein wunderbarer Ort ist das, den Martina, ich und das ganze Team von Ananda zusammen geschaffen haben. Wir haben etwas in die Welt gebracht, das Menschen zutiefst Freude bereitet, ein Beitrag zu einem guten Leben ist und es obendrein einer ganzen Gruppe von Menschen ermöglicht, den eigenen Lebensunterhalt zu einem Teil oder sogar komplett zu verdienen. Dabei gehen wir auf eine ehrliche, gefühlvolle und unterstützende Art miteinander um, wie ich es aus der Arbeitswelt sonst nicht kenne. Manchmal treibt es einem sogar die Tränen in die Augen – wie hier, auf dem Teamtreffen von Ananda in der Eifel.

Wir sitzen zwanglos auf Decken und Fellen, in einem speziellen Raum des Seminarhauses, dem Rundbau aus Holz und Glas. Dreißig Masseurinnen und Oli, der einzig männliche Masseur, der anwesend ist – Alex war diesmal leider verhindert. Durch die gewölbte Wand, die uns rundherum umgibt, sehe ich den urigen Wald der Eifel. Sonnenlicht fällt von schräg oben in die Kuppel wie durch ein Kirchenfenster. Wir erzählen uns von unserem Berufsalltag bei Ananda, von unseren Gedanken und Gefühlen. So unterschiedlich wie die Lebensläufe sind die persönlichen Geschichten, die wir voneinander hören. So wie Olis Geschichte. Erst vor kurzem hat er sein Privat- und Berufsleben komplett neu geordnet. Ich bin tief gerührt, als er sagt:

„Mein Haus und die damit einhergehenden Verpflichtungen lasteten so stark auf meinen Schultern, dass ich Rückenschmerzen bekam. Das dauernde Leisten-Müssen hatte Konsequenzen. Irgendwann merkte ich, wie wichtig mir andere Werte wie Menschlichkeit, Sinnhaftigkeit im Beruf, Ehrlichkeit und tiefe Berührungen sind. In der Massage habe ich nun genau damit zu tun, und das ist eine tolle Neuausrichtung.“

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Eine Stunde Liebe im Deutschlandradio

Geld Macht Sex
Moderatorin Inga Hinnenkamp hat die Massagepraxis ANANDA besucht. Sie beschreibt die Atmosphäre vor Ort und befragt Praxisleiterin Martina Weiser. Darüber hinaus gibt es ein Interview mit der Berliner Tantramasseurin Lena Morgenroth und der Schweizer Theologin und Buchautorin Béatrice Bowald.

Hier geht es zu dem Radiobeitrag.

Handarbeitsabend – der Nachklang

ella-tantra-massageUff, geschafft!
Platt und glücklich sinke ich auf den Küchenstuhl und gönne mir zur Feier des Abends noch ein übrig gebliebenes Pikkolöchen. Den hab ich mir jetzt verdient! Belohnung darf sein. Abgesehen davon, dass eine Premiere eigentlich nach Schampus ruft:

Heute stand der Erste Kölner Handarbeits-Abend im ANANDA auf dem Programm! Weiterlesen

Sexuelle Dienstleistung?

Anita Tantra Massage Köln

Unsere Kollegin Anita hat uns freundlicherweise einen Brief an eine Freundin zur Verfügung gestellt, in dem sie sich mit dem Thema „Tantramassage als sexuelle Dienstleistung und das Verhältnis zur Prostitution“ auseinandersetzt. Da diese Debatte für uns als MasseurInnen hochaktuell ist, freuen wir uns über Diskussionen, Meinungen und Anregungen darüber.

Liebe Petra,

„Aber das war ja gar kein Bauchtanz – das war ja richtig SCHÖN!“

Dieser Ausruf stammt aus „Die mit dem Bauch tanzt“. Die Geschichte einer westfälischen Hausfrau, die zur professionellen Bauchtänzerin wird. Überall in Westfalen hat sie Auftritte, nur nicht im eigenen kleinen Städtchen. Für die eigenen Nachbarn, den Bäcker, die Freiwillige Feuerwehr tanzt sie erst nach Jahren. Schließlich tuscheln alle darüber, wie freizügig – sprich unanständig – Bauchtanz doch ist. Und nun entdeckt die Nachbarin: „Das ist ja SCHÖN!“

„Und da ich ja nun weiß, was du tust, kann ich getrost sagen, das hat mit Prostitution nichts zu tun, sondern vielmehr mit Freude am Sex.“ Weiterlesen

Claudia: Video-Interview nach der Massage

Video

Unsere Kollegin Claudia war Massage-Model bei der Produktion einer Tantramassage-DVD. Wie hat sie, als erfahrene Tantramasseurin, die Massage erlebt?
Wie war es für sie, dabei gefilmt zu werden? Welche neuen Blickwinkel hat sie dadurch auf die Massage gewinnen können?

Am 14. Februar 2014 erscheint die aufwändig von Michaela Riedel produzierte Tantramassage-DVD mit Claudia als Massage-Model und Interviewpartnerin.