SPIEGEL ONLINE über Tantra-Massagen

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Am 2. April 2016 brachte Spiegel Online ein Interview mit Katrin Aschermann zu Thema Tantramassage. Besonders gefreut haben wir uns über die Nennung des Berufsverbandes für Tantramassage

Bei uns in Köln gingen spürbar mehr Anrufe ein und die Kommentarseite zum Artikel umfasst inzwischen 76 Kommentare – sehr durchwachsene Kommentare, die leider oft bei oberflächlichen Vorwürfen stehen blieben.
Für Eva aus dem Ananda Massageteam ein Grund ebenfalls auf den Kommentarseiten deutlich Stellung zu beziehen:

Leider ist das Interview zu kurz, um wirklich einen Eindruck von dem zu vermitteln, was gemeinhin als „Neo-Tantra“ bezeichnet wird, zu dem auch die Tantramassage (abgekürzt „TM“) gehört. Deshalb möchte ich dazu ein paar Denkansätze und Erfahrungen aus meiner Arbeit mit der TM beitragen.

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Liberty-Coaching statt „Shades of Grey“

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Wie kann sich das anfühlen wenn Lust und Schmerz – ganz freiwillig – zusammengeht?
Was muss man beachten?
Wo kann man die allerersten Schritte wagen?

Das ANANDA Labor hat eine Antwort für alle, die auch ein bisschen neugierig aus dem Shades of Grey Film gekommen sind. Eine individuelle Einführung in die Grenzerfahrung von Tantra und BDSM.
Das Liberty-Coaching für Singles und Paare.

Steffi: Hallo ihr beiden. Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt für dieses Interview. Ihr seid ja schon seit Anbeginn der Liberty im Fachteam aktiv dabei, inzwischen leitet ihr die Liberty -Fortbildung für das Team und nun habt ihr ein Liberty-Coaching entwickelt. Wie seid ihr darauf gekommen und was genau kann ich mir darunter vorstellen? Weiterlesen

Ananda-Masseurin Julia über „Shades of Grey“

fifty-shades-grey-erstes-57067_bigMit dem Auftrag, als Liberty-Fachfrau einen Blogbeitrag für Ananda zu schreiben, habe ich mir den Film „Shades of Grey“ angesehen. Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich bereits viele Stimmen aus der BDSM-Szene und von SexarbeiterInnen vernommen hatte, die alle negativ ausfielen. Allerdings fand ich den Film tatsächlich noch schlechter als erwartet. Das unsichere, verschüchterte, jungfräuliche Mädchen trifft auf den attraktiven Multimilliardär, der sie in die Welt des BDSM einführt. Bis dahin ein schlechter Liebesroman, aber man könnte die Fantasie von einem starken, erfolgreichen Mann durchaus verstehen und stehen lassen. Dass BDSM in einer Mainstream-Verpackung daherkommt, könnte man durchaus eher als positiv sehen und hoffen, dass Menschen dadurch neue Wege finden, ihre Lust zu vertiefen, zu erweitern. Wie so oft aber, wenn der Mainstream mit Sexualität angesprochen wird, wird pathologisiert. Das fand ich schon bei Nynphomaniac schade. Entgegen der alten Vorstellung der pervertierten sexuellen Entwicklung hin zu BDSM durch früheren Missbrauch oder eine geistige Störung zeigen aktuelle Studien, dass Paare, die BDSM leben, sogar eine bessere mentale Gesundheit aufweisen, dass sie ausgeglichener sind, weniger neurotisch, offener, empfindsamer für die Grenzen des Partners und insgesamt sicherer in ihrer Beziehung stehen. Quelle: Huffingtonpost Mr. Grey, die männliche Hauptfigur des Films, aber hat eine traumatische Vergangenheit und bearbeitet seine Verletzungen über seine Beziehung, bzw. seine Sexualität. Bis hierhin ist alles noch nachvollziehbar − wer macht das denn nicht? Die eigene Geschichte spielt auch in unserer Sexualität eine Rolle und jeder findet Wege, diese zu leben und damit auf einem guten Weg zu sein. Fifty-Shades-of-Grey-Trailer-DeutschDiese Geschichte aber beschreibt eine Sexualität voller Grenzüberschreitungen, die als Missbrauch gedeutet werden könnten. Mal abgesehen vom klassischen Gender-Kitsch „starker Mann, schwaches Weibchen“. Eine Neuauflage von der Geschichte der O, die von ihrem Herrn zu seiner Lustsklavin erzogen wurde, die für all seine sexuellen Gelüste und die seiner Gäste zur Verfügung stand. Das war damals ein Skandal, war allerdings deutlicher und nur für eine Subkultur geschrieben, nicht für den Mainstream. Weiterlesen

Tabulosigkeit als Zukunftswunsch

Leda

Leda und der Schwan (nach einem Bild von Michelangelo)

Ein Sexspielzeug nach dem anderen holt die Vertreterin aus ihrem roten Koffer und teilt es an die Frauenrunde aus. Die gestandenen italienischen Mamas kichern und lachen, reichen den Lippenstiftvibrator herum. Die Situation ähnelt einer Tupperparty. Die nächste Einstellung zeigt lange, schlanke Frauenbeine auf High Heels, die über Asphalt trippeln. Aus dem Off fragt der Sprecher: „Sind Frauen nach jahrelangen Tabus, Schuld und Schamgefühlen bereit, sich aus ihren Fesseln zu befreien? Werden wir Zeuge einer neuen sexuellen Revolution?“

Ein Film der etwas anderes zeigt, als er sagen will

„Ohne Tabu – die weibliche Sexualität“ heißt der Dokumentarfilm, den 3Sat letzte Dienstagnacht gezeigt hat. In der italienischen Produktion von Filmemacherin Katia Ranzanici kommen vor allem Frauen der Generation 40+ zu Wort. Die Frauen reden von einem unerfüllten Sexualleben, das in der Vergangenheit von Tabus und Unfreiheit geprägt war. Jetzt aber, jenseits der vierzig, seien sie reif genug, um ihre Bedürfnisse zu äußern. Sie eroberten sich nun ihr Recht, über weibliche Sexualität und Lust zu reden. Denn, so der Sprecher: „Die Gesellschaft verurteilt immer noch Frauen, die offen über Sex reden“.

Eine der Frauen bucht sich Edel-Callboy Roy für unverbindlichen, aber leidenschaftlichen Sex. Andere kaufen die neuesten Sexspielzeuge in Erotikshops oder entdecken Pornos für Frauen. Weiterlesen

Jetzt den Film über die Sexarbeiterin Lena Morgenroth unterstützen!

sexarbeiterinWas für ein interessantes Projekt:

„Lena Morgenroth ist SEXarbeiterin. Sie bietet erotische Massagen, Tantramassagen und SM in Berlin an. Wenn es nach Alice Schwarzer ginge, dürfte es Lena gar nicht geben. Sie ist nicht die fremdbestimmte, ausgebeutete, schutzbedürftige Frau. Niemand muss Lena zu ihrem eigenen Wohl aus den Händen von Menschenhändlern befreien. Vielleicht ist das schwer zu glauben – was Lena tut, tut sie freiwillig und aus eigenem Antrieb. Für sie garantiert ihr Job mehr Freizeit und eine flexiblere Zeiteinteilung.

Für den Dokumentarfilm SEXarbeiterin brauchen wir euer Geld. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Kann man Alice Schwarzer toppen, wenn es darum geht, sich im Medienmilieu anzubieten? Falls überhaupt, dann nur durch sprichwörtliche Prostitution: Das ist die Absicht des Filmteams um das filmische Portrait über die Sexarbeiterin Lena Morgenroth zu realisieren.“

Wir hoffen, dass diese Doku per Crowdfunding zustandekommt – auch um zu sehen, welche „Dankeschöns“ die Männer des Filmteams an ihre Unterstützer verteilen. Man hat sich allerlei einfallen lassen: Für 500 Euro Starthilfe gibt es eine erotische Massage von Mann zu Mann oder Mann zu Frau, für 5000 Euro gar einen „Privatvorführung des Films mit Filmteam und Lena Morgenroth“. Was da wohl alles vorgeführt wird? 🙂

Hier geht’s zur Startnext-Seite mit mehr Infos und Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen.

Unser Berufsverband schreibt an den Stuttgarter Oberbürgermeister

070325_maria_logo_einzeln_automatisch in RGB konvertiert_schmalANANDA ist Gründungsmitglied des Tantramassage-Verbands e.V. (TMV). Heute hat unser Berufsverband einen Offenen Brief an Fritz Kuhn, den Oberbürgermeister von Stuttgart veröffentlicht. Darin geht es um aktuelle Entwicklungen zum Thema Vergnügungssteuer.

Der Brief lohnt sich in Gänze zu lesen. 

taz gibt Nachhilfe in Sexualkunde

taz_logo_offset_2011Deutschland brauche dringend Nachhilfe in sexueller Vielfalt, konstatiert die taz in ihrem Online-Artikel „Wenn Heteros von Homos lernen“. Denn:

Gerade vom ungezwungeneren Umgang mit Sex könnten viele Heteros lernen – und verklemmten Menschen neue Möglichkeiten des Seins eröffnen. So sollten Männer sich endlich als Objekt der Begierde anerkennen – und die Angst davor verlieren, als schwul zu gelten, sobald sie bewusst ihre Körper einsetzen.“

Dem Artikel zufolge ist der Weg zu einer emanzipierten Gesellschaft noch lange nicht zu Ende gegangen. Ein Schlüssel dazu sei die Bereitschaft, sich mit anderen Milieus und Lebensentwürfen auseinanderzusetzen, den Blick offen und neugierig zu halten. Als gutes Beispiel dafür nennt er den heterosexuellen Barkeeper Kirill, der in einer Schwulenbar arbeitet. Dieser schätze vor allem die schärfere Selbstwahrnehmung, die er durch die Beobachtung der homosexuellen Lebenswelt erworben hat:

„‚Denn Schwule müssen selbst im vergleichsweise toleranten Deutschland ‚immer noch für das kämpfen, was für andere selbstverständlich ist.‘ Zu wissen, dass die eigene Freiheit eine Errungenschaft ist anstatt sich auf der eigenen Normalität auszuruhen, findet Kirill sehr wichtig.“

Die 61. Stimme: Die Kunst der Berührung

Anita Tantra Massage Köln
„60 Stimmen“ nannte die Frauenzeitschrift Brigitte eine Kolumne, in der sie zum 60-jährigen Bestehen des Magazins in diesem Frühjahr ihre Leserinnen zu Wort kommen ließ. Tolle Idee. Mir fiel einiges ein, was ich dazu schreiben wollte. Erst nachdem ich (m)ein Thema gefunden hatte, entdeckte ich leider, dass es einen Einsendeschluss gab, dessen Datum nun schon vorbeigezogen war. Schade.

Nach den üblichen Phasen (mich ärgern, trauern und mich trösten) fiel mir ein, dass es andere Möglichkeiten als die Brigitte gibt, um sich zu äußern. Hier also, auf dem Ananda-Blog: die 61. Stimme.

Die Kunst der Berührung

Es gibt für mich nichts Schöneres, als einen Menschen zu berühren. Dabei mit der ganzen Hand die zarte Flanke des Körpers zu umfassen. Daran entlanggleiten und diese besondere Wärme spüren, die menschlicher Haut eigen ist. Aus meiner Handmitte strömt dann die Wärme, die jeden Zentimeter Haut in diesem zeitlosen Moment spüren lässt, dass sie geliebt wird. Wenn diese Wärme willkommen ist, sickert sie unter die Haut, in jede Zelle – und ins Herz. In der Landschaft eines menschlichen Körpers gibt es so viele verzauberte Stellen: Erhebungen, Senken, lange schmale Flächen und kleine Kuhlen. Jede fühlt sich anders an, hat ihre eigene Qualität, jede birgt ihre eigene Magie. All diese Stellen in der Landschaft eines Körpers sehnen sich nach den schwirrenden Funken, nach dem Wohlbehagen, das durch meine Hände einfließt.

Wir nennen diese Kunst der Berührung Tantramassage. Mit dem Wort „Massage“ können die Gäste etwas anfangen, es vermittelt ihnen etwas Vertrautes. Für das, was geschieht, finde ich den Begriff Massage zwar richtig, doch gleichzeitig zu kurz gefasst. Man muss ihn ausdehnen, um dem, was passiert, gerecht zu werden. Denn die Massage ist eine Art Performance, ein künstlerischer Prozess ohne Skript, der eine körperliche Handlung ohne festgelegtes Ergebnis einschließt. Wie jede Performance ist sie einzigartig und unwiederholbar.

Eine Malerin malt mit ihrem Pinsel Farben auf die Leinwand. Als Berührungskünstlerin male ich mit meinen Händen Gefühle in die menschliche Haut. Köstlich wie Schokolade, kostbar wie Gold und belebend wie Quellwasser. Weiterlesen