Liberty-Coaching statt „Shades of Grey“

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Wie kann sich das anfühlen wenn Lust und Schmerz – ganz freiwillig – zusammengeht?
Was muss man beachten?
Wo kann man die allerersten Schritte wagen?

Das ANANDA Labor hat eine Antwort für alle, die auch ein bisschen neugierig aus dem Shades of Grey Film gekommen sind. Eine individuelle Einführung in die Grenzerfahrung von Tantra und BDSM.
Das Liberty-Coaching für Singles und Paare.

Steffi: Hallo ihr beiden. Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt für dieses Interview. Ihr seid ja schon seit Anbeginn der Liberty im Fachteam aktiv dabei, inzwischen leitet ihr die Liberty -Fortbildung für das Team und nun habt ihr ein Liberty-Coaching entwickelt. Wie seid ihr darauf gekommen und was genau kann ich mir darunter vorstellen? Weiterlesen

Ananda-Masseurin Julia über „Shades of Grey“

fifty-shades-grey-erstes-57067_bigMit dem Auftrag, als Liberty-Fachfrau einen Blogbeitrag für Ananda zu schreiben, habe ich mir den Film „Shades of Grey“ angesehen. Ich hatte keine großen Erwartungen, da ich bereits viele Stimmen aus der BDSM-Szene und von SexarbeiterInnen vernommen hatte, die alle negativ ausfielen. Allerdings fand ich den Film tatsächlich noch schlechter als erwartet. Das unsichere, verschüchterte, jungfräuliche Mädchen trifft auf den attraktiven Multimilliardär, der sie in die Welt des BDSM einführt. Bis dahin ein schlechter Liebesroman, aber man könnte die Fantasie von einem starken, erfolgreichen Mann durchaus verstehen und stehen lassen. Dass BDSM in einer Mainstream-Verpackung daherkommt, könnte man durchaus eher als positiv sehen und hoffen, dass Menschen dadurch neue Wege finden, ihre Lust zu vertiefen, zu erweitern. Wie so oft aber, wenn der Mainstream mit Sexualität angesprochen wird, wird pathologisiert. Das fand ich schon bei Nynphomaniac schade. Entgegen der alten Vorstellung der pervertierten sexuellen Entwicklung hin zu BDSM durch früheren Missbrauch oder eine geistige Störung zeigen aktuelle Studien, dass Paare, die BDSM leben, sogar eine bessere mentale Gesundheit aufweisen, dass sie ausgeglichener sind, weniger neurotisch, offener, empfindsamer für die Grenzen des Partners und insgesamt sicherer in ihrer Beziehung stehen. Quelle: Huffingtonpost Mr. Grey, die männliche Hauptfigur des Films, aber hat eine traumatische Vergangenheit und bearbeitet seine Verletzungen über seine Beziehung, bzw. seine Sexualität. Bis hierhin ist alles noch nachvollziehbar − wer macht das denn nicht? Die eigene Geschichte spielt auch in unserer Sexualität eine Rolle und jeder findet Wege, diese zu leben und damit auf einem guten Weg zu sein. Fifty-Shades-of-Grey-Trailer-DeutschDiese Geschichte aber beschreibt eine Sexualität voller Grenzüberschreitungen, die als Missbrauch gedeutet werden könnten. Mal abgesehen vom klassischen Gender-Kitsch „starker Mann, schwaches Weibchen“. Eine Neuauflage von der Geschichte der O, die von ihrem Herrn zu seiner Lustsklavin erzogen wurde, die für all seine sexuellen Gelüste und die seiner Gäste zur Verfügung stand. Das war damals ein Skandal, war allerdings deutlicher und nur für eine Subkultur geschrieben, nicht für den Mainstream. Weiterlesen

Sexualität bringt die Kunst zum Blühen  

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Abbildung auf dem Rahmen eines Spiegels aus dem antiken Korinth, ca. 320 v. Chr. (zum Vergrößern bitte anklicken).

Schon Steinzeitmenschen malten Schwänze und Brüste an die Wände ihrer Höhlen, und die Antike hält eine große Pornosammlung auf ihren Vasen bereit. Also liegt der Ursprung der Kunst in der Darstellung von Erotik, meint der Artikel „Sinnlichkeit und Schweinereien“ auf der Website des MDR Thüringen. Autorin Sophia Hofer hat eine kleine Kulturgeschichte der Erotik verfasst, und deren Tenor ist: keine Kunst ohne Sex.

Schön sind die Hinweise des MDR-Beitrags auf den Zusammenhang von Sinnlichkeit, Kunst und Alltag in der Antike. So wiesen in Pompeij „Penis-Abbildungen in den Bürgersteigen den Weg zum nächsten Bordell oder Unterhaltungsviertel.“ Außerdem gab es eine Vielzahl von Phallusplastiken in den Haushalten, die als Glücksbringer galten. Heute würde es wohl bei so manchem Gast Irritationen auslösen, wenn ihm in der Wohnzimmerstube ein fliegender Tonpenis von der Decke entgegenschwingen würde. Ob nun als Windspiel, bei dem von jedem Schwanz ein Glöckchen hing, oder als Öllampe, aus der figürliche Phalli herauswuchsen: Damals empfand man dies offenbar als ästhetisch ansprechend und segenspendend.  Weiterlesen