Julia: Hurenherz

julia-tantra-massage-1Eine kraftvolle Erzählung unserer Kollegin Julia über den manchmal steinigen Weg als Tantramasseurin im „normalen“ (Beziehungs-) Alltag zu bestehen und aufrecht dazu zu stehen. Themen und Probleme mit denen fast alle Masseure und Masseurinnen leider immer noch zu kämpfen haben. Aber dieser Text macht Mut und Freude, zur eigenen Arbeit und inneren Berufung zu stehen sowie damit Lebenslust, Sinnlichkeit und sexuelles Wissen in die Welt zu tragen.

Tantramasseurin: ein schöner Beruf. Das kann ich endlich aus ganzem Herzen sagen, nach vielen Jahren der Auseinandersetzung mit meiner Arbeit. Im letzten Jahr, nach einer erneuten Trennung „wegen meiner Arbeit“, bin ich noch einmal verstärkt in Auseinandersetzung damit gegangen. Meine Ziele. Meine Werte. Meine Heimat. Freude, Schmerz. Ich habe drei wichtige Beziehungen in meinem Leben durch meine Arbeit verloren. Alle drei scheiterten an der Hilflosigkeit im Umgang mit den Ängsten, die meine Arbeit ausgelöst hat. An den Bewertungen. Vielleicht auch an der Angst vor den Bewertungen der Gesellschaft. An der Angst vor Verlust. Auch vor dem Verlust von Intimität und Exklusivität. Nach wirklich schlimmen Auseinandersetzungen mit meiner letzten Beziehung, meiner „großen Liebe“, in welchen meine Stellungnahme zu meiner Arbeit schlicht als Blase abgetan wurde und vielfältige Diagnosen aufgestellt wurden, die meine Tätigkeit als Tantramasseurin beurteilten oder untermalten, musste ich gehen. Mit gebrochenem Herzen, da ich das Gefühl hatte, über meinen Beruf weder gehört noch verstanden und letzten Endes auch nicht geliebt worden zu sein.

Weiterlesen

Sexuelle Dienstleistung?

Anita Tantra Massage Köln

Unsere Kollegin Anita hat uns freundlicherweise einen Brief an eine Freundin zur Verfügung gestellt, in dem sie sich mit dem Thema „Tantramassage als sexuelle Dienstleistung und das Verhältnis zur Prostitution“ auseinandersetzt. Da diese Debatte für uns als MasseurInnen hochaktuell ist, freuen wir uns über Diskussionen, Meinungen und Anregungen darüber.

Liebe Petra,

„Aber das war ja gar kein Bauchtanz – das war ja richtig SCHÖN!“

Dieser Ausruf stammt aus „Die mit dem Bauch tanzt“. Die Geschichte einer westfälischen Hausfrau, die zur professionellen Bauchtänzerin wird. Überall in Westfalen hat sie Auftritte, nur nicht im eigenen kleinen Städtchen. Für die eigenen Nachbarn, den Bäcker, die Freiwillige Feuerwehr tanzt sie erst nach Jahren. Schließlich tuscheln alle darüber, wie freizügig – sprich unanständig – Bauchtanz doch ist. Und nun entdeckt die Nachbarin: „Das ist ja SCHÖN!“

„Und da ich ja nun weiß, was du tust, kann ich getrost sagen, das hat mit Prostitution nichts zu tun, sondern vielmehr mit Freude am Sex.“ Weiterlesen