Wie Rituale unser Potential zum Blühen bringen können

Fabienne aus dem Ananda-Team berichtet über das Schwitzhüttenritual auf unserem Ananda-Teamtreffen im Juli 2019.

Einmal im Jahr trifft sich unser gesamtes Anandateam zu einem 3-tägigen Teamtreffen.
Zeit außerhalb des Alltags, um Zusammen zu kommen, wichtige Themen zu besprechen, die mit unserer Arbeit zusammen hängen, und unsere Kraft zu bündeln für das Ganze und für jeden Einzelnen von uns.

Deshalb haben wir auch immer einen rituellen Teil beim Treffen, der uns nochmal auf eine ganz andere Art miteinander verbindet. Dieses Mal hatten wir das Geschenk, dass Jack Silver und Marsha Rademacher der Kriegerschule uns begleitet haben und mit uns ein Schwitzhüttenritual durchgeführt haben.
Ja, was ist dies?
Ein schamanisches Ritual, in dem wir uns mit Großmutter Erde und den Elementen und Kräften verbinden, uns reinigen und heilen, Magie erleben und wie neu geboren aus der Zeremonie herauskommen können. Ein Ritual, wo wir in eine Welt jenseits des Verstandes eintauchen, uns wieder mit der Schöpfungskraft und dem Spirit verbinden können, wo wir Absichten und Gebete formulieren, für andere beten, für uns selbst und gleichzeitig für die Gruppe.

Unser Schwitzhütten-Altar mit den Kraftgegenständen aller Teilnehmer – Foto: Privat

„Wie toll, dass ich in einer „Firma“ arbeite, in der wir auf dem Teamtreffen ein Schwitzhüttenritual machen können!“

Das sagte eine Kollegin auf dem Treffen zu mir

Ja, ich empfinde das Ananda als eine sehr ganzheitliche Praxis und deshalb gehören für mich solche Zeremonien dazu. Um diese Arbeit machen zu können, müssen wir mehr als Techniken beherrschen, denn wir sind kraftvolle und klare Gegenüber, mit dem Herz am richtigen Fleck und halten große Räume mit Präsenz für unsere Gäste. Diese Zeremonien in den Teamtreffen helfen uns dabei.

Da wir an einem Platz waren, wo keine Schwitzhütte stand, mussten wir erst eine bauen. Aus Haselnusszweigen wird eine Art „Iglu“ gebaut, was später dann mit Decken abgedeckt wird. In der Mitte der Schwitzhütte ist ein „Feuerloch“, in welches später die rotglühenden Steine aus dem Feuer hereingetragen werden.
Wir wählten jeweils ein Rute aus, die uns ansprach, und verbanden uns mit ihr.
Ich wählte eine aus, die unten kräftig und oben ganz dünn, schief und krumm war, nicht wirklich ansehnlich.. doch jedesmal, als ich sie bewegte, hatte es etwas von einem Spiel in Leichtigkeit, die Rute nahm Kontakt auf, streichelte ihre Umgebung oder klopfte sachte an und ich lachte und freute mich. Ja… das darf ruhig noch viel mehr in mein Leben kommen, dachte ich.

Alle haben eine Haselnussrute ausgewählt für den Bau der Schwitzhütte – Foto: Antonia Vilos

Nun umwickelten wir sie mit bunten Fäden, in denen wir symbolisch das hineinflochten, was wir einerseits loslassen und andererseits in unser Leben einladen möchten.
So haben wir uns mit unserer Absicht verbunden, mir der wir dann später in die Schwitzhütten gehen werden.

Ich suchte mir mit meiner Rute und einigen bunten Fäden in der Hand einen Platz etwas abseits in der Natur und lauschte in mich rein.

Die mit Wünschen und Zielen umwickelte Rute – Foto: Privat

„Ich wünsche mir mehr Intensität, Tiefe und Verbindung, mehr Freude und Leichtigkeit, mehr Intimität und immer mehr Vertrauen, mich in den Fluss des Lebens einzulassen.“

Mein Leben könnte noch viel bunter und freudiger sein als es schon ist. Ich möchte mich öffnen, für einen Partner auf Augenhöhe an meiner Seite. Du Leben, mit all seinen mir noch verborgenen Möglichkeiten, ich lade dich ein. Während dieser Gedanken umwickelte ich die Rute mit blauen Fäden und verband mich mit meiner Absicht.

Was möchte ich loslassen? Meinen Sicherheitsmantel, aus Angst, es passiert etwas, was ich nicht möchte, meine vielleicht etwas festgefahrenen Konzepte. Ich möchte die Angst vor Veränderung weggeben, die Angst eine wohlgeordnete Struktur und Sicherheit zu verlassen, wo es aber eben auch irgendwann etwas langweilig werden könnte.

Die Haselnussruten wurden dann in einer bestimmten Art und Weise miteinander verbunden und es entstand in sehr kurzer Zeit eine Art Palast. Wir waren alle erstaunt und beeindruckt, inklusive der Schwitzhüttenleiter, wie konzentriert, fokussiert und gemeinschaftlich gearbeitet wurde.

Schwitzhüttenbau – Foto: Privat

„Es gelang in Heiterkeit, Schönheit und in unglaublich kurzer Zeit. Wow! Für mich war das ein Spiegel für unser tolles Team.“

Um das Feuer stehend, begleitet von Gesängen und Trommeln zu den verschiedenen Kräften, fühlten unsere Füße immer mehr den Boden von Großmutter Erde unter uns, den Himmel über uns und Freude, Berührtheit ergriff unsere Herzen. Alle waren dabei, obwohl es für einige von uns das erste Mal war und sie Mut brauchten, sich später in die Hütte zu begeben.
Da ich viele Jahre Lehrling auf einem schamanischen Weg war, hatte ich mich schon die ganze Zeit auf dieses Ritual gefreut, denn die letzte Schwitzhütte, an der ich teilnahm, war bereits lange her. Ich fühlte mich tief zu Hause angekommen. Ich spürte, dass dies ein Weg meines Herzens ist, in der Vergangenheit, im Jetzt und in der Zukunft.

Nun wurden die Steine von uns allen einzeln auf das Holz gelegt, davor hatten wir alle eine Kraft, die uns wichtig war, in den Stein gerufen und eingeladen, uns in der Zeremonie zu unterstützen.
Ich stand im Osten, die Richtung, welche für das Feuer, die Vision, die Begeisterung steht und auch dafür, sich zu trauen, ins Unbekannte zu springen.

„In Zeremonien ist nichts ein Zufall. Ich dachte, ja das passt, und rief die Kraft des Feuers und der Lebensfreude in den Stein.“

Es waren kleine und sehr große Steine dabei und nicht wenige! Wir ahnten schon, dass es später in der Hütte sehr heiß werden könnte.

Gegen Abend war es dann soweit, wir standen mit unseren Handtüchern um das Feuer herum, die Steine waren inzwischen schon rotglühend, einige von uns waren voller Vorfreude, die anderen hatten etwas wackelige Knie.
Dann begaben wir uns, einer nach dem anderen in die Schwitzhütte.

Die fertige Schwitzhütte mit dem Feuer und dem Altar – Foto: Privat

In diesem Ritual symbolisiert die Schwitzhütte den Schoß von Großmutter Erde, das weibliche Element. Die rotglühenden Steine sind die männlichen Samen, die in die Schwitzhütte hereingetragen werden und das Weibliche befruchten, so ein schönes Bild!

Jack begrüßte jeden Stein auf eine sehr undogmatische Art „Willkommen du Schöner“, es fühlte sich an wie, wenn da Juwelen zu uns in die Hütte kamen.
Ich saß direkt am Feuerloch und staunte über das Glühen und die Pracht dieser Steine. Mit jedem Stein lud Jack die verschiedenen Kräfte in diese Zeremonie ein, und erzählte uns was dazu. Nach und nach wurde es für mich heißer und heißer.
Wir haben gebetet, gesungen, unsere inneren Kämpfe ausgefochten, geschrien, geweint, gelacht, geträumt.
Nach ca. 2 Stunden sind wir einer nach dem anderen aus der Hütte gekrochen, aus einem Raum, wo wir ganz stark mit unserem Herz, unserer Seele und dem Universum verbunden waren, und legten uns auf die kühle Erde.
Mein Körper bebte noch nach und ich genoss den Geruch der Erde und des Grases unter mir. Es war eine meiner heißesten Schwitzhütten gewesen. Nachdem ich das Gefühl hatte, aufstehen zu können, bin ich zu Marsha, die wie eine Priesterin mit einer Kelle vor einem Bottich, gefüllt mit heißem Wasser, Blüten und Kräutern, stand.  Ich durfte mich hinstellen und sanft spürte ich heißes Wasser, das mir vom Kopf über das Gesicht, die Brüste bis runter zu meinen Füßen floss. Es war so schön! Ich fühlte mich gesegnet und neu geboren. Ich hatte ein „neues Kleid“ geschenkt bekommen.

Das Verbrennen der Ruten am nächsten Morgen – Foto: Privat

„Am nächsten Morgen bauten wir zusammen die Schwitzhütte wieder ab, verräumten alles, verbrannten die Ruten im Feuer, sangen zusammen ein Lied und beendeten die Zeremonie.“

Jack und Marsha haben einen großen Herzensraum kreiert und gehalten, in welchem sich das Team des Ananda in seiner ganzen Vielfalt und Schönheit mit allen Themen, die nicht immer nur schön sind und manchmal stark an das Eingemachte gingen, hineinbegeben konnte. Danke dafür und für alle Kräfte, die uns in diesem Ritual unterstützt haben.
Danke an Martina Weiser, die diesen Raum, das Ananda seit über 20 Jahren hält und Danke an unsere Gaben, die wir in die Welt verströmen können und wollen.

Zurück in Köln, ein paar Tage später, saß ich abends am Rhein mit einer Freundin und habe spontan alle meine Pläne umgeworfen, um am Seminar Tantra & BDSM  am darauffolgenden Wochenende teilzunehmen. Es zog mich schon länger, ich hatte mich aber bislang nicht getraut. Ich glaube, ohne die Schwitzhütte hätte ich dies nicht gemacht.

Die Absicht, mit der ich in die Schwitzhütte gegangen bin, „mich mehr im Vertrauen dem Fluss des Lebens hinzugeben“, hat bereits Wege in mein Leben gefunden.“

Ich bin gespannt, was das Leben noch so alles bereit hält.
Danke für diese Fülle

Von Herzen
Fabienne

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Über ANANDA Tantra & Sexualcoaching

ANANDA wurde 1997 von engagierten Bodyworkern in Köln gegründet, es war die erste Praxis für Tantra-Massage und Sexualcoaching in Nordrhein-Westfalen. Heute haben wir mit einem Team von rund 30 Frauen und Männern das größte Angebot in Deutschland. Massagen, Coachings, Workshopgruppen und kleine Events - Möglichkeiten für jedes Budget. Interviews mit der Praxisleiterin Martina Weiser, u. a. für den WDR, Süddeutsche Zeitung, die Magazine Focus und Myself und den Kölner Stadtanzeiger unter www.ananda-massage.de Mitglied im Berufsverband für ganzheitliche Körperarbeit.

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