Sexualität bringt die Kunst zum Blühen  

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Abbildung auf dem Rahmen eines Spiegels aus dem antiken Korinth, ca. 320 v. Chr. (zum Vergrößern bitte anklicken).

Schon Steinzeitmenschen malten Schwänze und Brüste an die Wände ihrer Höhlen, und die Antike hält eine große Pornosammlung auf ihren Vasen bereit. Also liegt der Ursprung der Kunst in der Darstellung von Erotik, meint der Artikel „Sinnlichkeit und Schweinereien“ auf der Website des MDR Thüringen. Autorin Sophia Hofer hat eine kleine Kulturgeschichte der Erotik verfasst, und deren Tenor ist: keine Kunst ohne Sex.

Schön sind die Hinweise des MDR-Beitrags auf den Zusammenhang von Sinnlichkeit, Kunst und Alltag in der Antike. So wiesen in Pompeij „Penis-Abbildungen in den Bürgersteigen den Weg zum nächsten Bordell oder Unterhaltungsviertel.“ Außerdem gab es eine Vielzahl von Phallusplastiken in den Haushalten, die als Glücksbringer galten. Heute würde es wohl bei so manchem Gast Irritationen auslösen, wenn ihm in der Wohnzimmerstube ein fliegender Tonpenis von der Decke entgegenschwingen würde. Ob nun als Windspiel, bei dem von jedem Schwanz ein Glöckchen hing, oder als Öllampe, aus der figürliche Phalli herauswuchsen: Damals empfand man dies offenbar als ästhetisch ansprechend und segenspendend.  Weiterlesen

Wir unterstützen die Klage gegen die Vergnügungssteuer

Heute kam es vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim zur Berufung in der Klage gegen die Vergnügungssteuer. Die Einzelheiten lassen sich auf der Seite des Tantramassage-Verbands e.V. (TMV) nachlesen, dem Ananda als Gründungsmitglied angehört. Auch unsere Praxisleiterin Martina Weiser ist nach Mannheim gefahren, um Monika Kochs bei ihrer Klage zu unterstützen. Zur Zeit läuft die Pressekonferenz, an der auch Martina teilnimmt. Eine Entscheidung ist heute noch nicht gefallen. Das Gericht hat angekündigt, sein Urteil in etwa drei Wochen schriftlich zu verkünden. Die Sache bleibt also spannend.

Ist Vögeln schön?

Droht uns eine neue Spießigkeit? Geht verloren, was die sexuelle Revolution der 68er erkämpft hat? Sind wir im Vergleich zu den sexuellen Barrikadenstürmern unfreier geworden? Für uns von Ananda wäre das eine traurige Bilanz. Schließlich setzen wir uns seit vielen Jahren mit unserer Arbeit für eine freie sexuelle Kultur ein.

71vap2mLGhL._SL1500_Aber wenn man der Autorin Ulrike Heider und ihrem im Frühjahr erschienenen Buch „Vögeln ist schön“ folgt, gibt es einen starken konservativen Schwenk in unserer Gesellschaft. Die Autorin behauptet sogar, eine sexuelle und soziale Revolution habe nie wirklich stattgefunden. Nach den Sexualreformern seien es vor allem kommerzielle Akteure wie die Werbeindustrie gewesen, die die sexuelle Befreiung aufgegriffen, das gesellschaftliche Bild von Sexualität dadurch entscheidend geprägt und so schließlich ausgehöhlt haben. In den 80er Jahren sei aus dem Ideal der gemeinsam erlebten und zärtlichen Sexualität das Bild vom Kampf der Geschlechter geworden, ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Unsicherheit und der Verschärfung sozialer Gegensätze. Damit ging eine neue Sehnsucht nach Verbot, Gewalt, Geheimnis und Bordell-Erotik einher. Bis heute herrsche ein „pornographisch verzerrtes Bild von Sexualität“, das „Leistungsdruck, Konkurrenzangst und Gewaltförmigkeit“ erschafft. Weiterlesen

Sprechende Yoni aus Südafrika

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Begehbare Yoni in Südafrika

Hier ein Fundstück aus dem letzten Jahr, über das ich heute gestolpert bin. Inspirierend und anregend ist es immer noch und verbindet Kunst, Erotik und politische Absicht auf eindringliche Weise:

Tiefrot ist die begehbare Vagina, die die Künstlerin Reshma Chhiba in einem Frauengefängnis in Südafrika ausgestellt hat. Die Kunstinstallation trägt den Namen „Zwei sprechende Yonis“. Yoni ist der Begriff für Vagina aus dem Sanskrit. Doch das Objekt sorgt für ziemlich viel Kontroverse. Manche sind begeistert, andere wiederum entsetzt.

Der Clou der Riesen-Vagina ist, dass sie begehbar ist. Besucher müssen die Schuhe ausziehen, dann durch einen weich gepolsterten zwölf Meter langen Tunnel mit schummrigen Licht. Am Anfang ertönt ein schriller Schrei. „Damit soll die Kunstaustellung gegen Unterdrückung von Frauen aufbegehren“, sagt Reshma Chhiba, die das Frauengefängnis als Ort mit Bedacht gewählt hat. Denn hier würden Frauen eingesperrt und unterdrückt.

(aus: Excite News)

Sexuelle Dienstleistung?

Anita Tantra Massage Köln

Unsere Kollegin Anita hat uns freundlicherweise einen Brief an eine Freundin zur Verfügung gestellt, in dem sie sich mit dem Thema „Tantramassage als sexuelle Dienstleistung und das Verhältnis zur Prostitution“ auseinandersetzt. Da diese Debatte für uns als MasseurInnen hochaktuell ist, freuen wir uns über Diskussionen, Meinungen und Anregungen darüber.

Liebe Petra,

„Aber das war ja gar kein Bauchtanz – das war ja richtig SCHÖN!“

Dieser Ausruf stammt aus „Die mit dem Bauch tanzt“. Die Geschichte einer westfälischen Hausfrau, die zur professionellen Bauchtänzerin wird. Überall in Westfalen hat sie Auftritte, nur nicht im eigenen kleinen Städtchen. Für die eigenen Nachbarn, den Bäcker, die Freiwillige Feuerwehr tanzt sie erst nach Jahren. Schließlich tuscheln alle darüber, wie freizügig – sprich unanständig – Bauchtanz doch ist. Und nun entdeckt die Nachbarin: „Das ist ja SCHÖN!“

„Und da ich ja nun weiß, was du tust, kann ich getrost sagen, das hat mit Prostitution nichts zu tun, sondern vielmehr mit Freude am Sex.“ Weiterlesen