Maria Giulia: Von Musik zur Massage – Teil1

M-G-Cello-wb1Hier möchten wir Euch Maria-Giulia ein wenig näher vorstellen. Bevor sie zur Tantramassage kam, war sie Berufsmusikerin. Für uns spannend, welche Ähnlichkeiten es zwischen dem Spiel auf dem Cello und dem „Spiel“ mit einem menschlichen Körper gibt. Welche Parallelen finden sich überhaupt zwischen dem professionellen Ausüben einer Kunst und unseren Massagen?

 

Stefanie: Liebe Maria Giulia, Du bist seit Mai 2015 hier bei uns im Ananda. Zeit, um ein wenig nachzufragen, wie es Dir bei uns geht, ob Du Dich eingelebt hast, aber auch: Wie bist Du überhaupt zur Tantramassage gekommen? Denn ursprünglich hast Du viele Jahre Cello studiert und somit ein ganz anderes Leben geführt.

Maria Giulia: Ja, ich komme aus einer italienischen Musikerfamilie, so dass ich schon als Kind mit Klavier und Gesang begonnen habe. Mit neun Jahren fing ich an, Cello zu studieren. In Italien läuft es ein wenig anders: die Ausbildung dauert 12 Jahre, neben dem Besuch eines Gymnasiums. Es bleibt kaum Zeit für Entspannung und Privatleben.

Stefanie: Das klingt nach einem Leben voller Disziplin, Aus- und Fortbildungen, Lernen. Gibt es Parallelen zu dem, was Du jetzt tust?

Maria Giulia: Auf jeden Fall! Was mir in beiden Berufen sehr wichtig ist, ist eine solide Grundlage und Bildung. Man braucht ein Repertoire an Techniken und Grundstruktur. Von dieser Basis aus kommen dann die Kreativität und das Feingefühl dazu und dies habe ich in meiner Arbeit mit dem Cello täglich gelernt und geübt. So sind mir auch bei der Tantramassage solide Ausbildungen und ein breites Fundament wichtig. Das gibt mir Sicherheit in den Massagen und Professionalität ist mir ein großes Anliegen.

Stefanie: Gibt es denn noch weitere Ähnlichkeiten zwischen einer Musikerin und einer Tantramasseurin?

Maria Giulia: Ich würde sagen, es gibt bei beidem, dem Cello und dem „Spiel“ auf dem Menschen, eine Phase der Einstimmung. Ich stimme mich auf die andere Person ein und sie sich auf mich. Das ist auf jeden Fall ein ähnliches Gefühl für mich. Wie beim Cello muss ich in der Massage sehr sensibel sein, mich der Sache voll und ganz hingeben und auf Grundlage der erlernten Techniken meiner Intuition, der Stimmung des Moments folgen. Das ist der kreative Teil und so ist jede Massage, selbst mit dem gleichen Menschen, jedes Mal anders. Der grundsätzliche Ablauf bleibt natürlich gleich: Hände und Füße, Gesicht werden massiert, der ganze Körper wird berührt – doch der Schwerpunkt und die Interpretation des gespielten Stückes ist jedes Mal anders, wiederholt sich nie. In beiden Bereichen beginnt die Improvisation dort, wo es eine gute Basis und profundes Wissen gibt und das ist der Teil, der dann die Kunst ausmacht.

Stefanie: Deine Musik, Dein Cello hast Du nun ganz aufgegeben und das Instrument sogar verkauft. Warum? Du hast fast 20 Jahre harter Arbeit investiert und nun, vor ein paar Jahren, alles zugunsten der Tantramassage hinter Dir gelassen? Das klingt nach einem starken Bruch.

Maria Giulia: Diese Frage wird mir oft gestellt und viele können das zunächst nicht verstehen. Diese 20 Jahre, die nur von Üben, Arbeit, Auftritten geprägt waren: das Leben eines Musikers besteht in allererster Linie aus täglicher Arbeit. Da blieb nicht viel Zeit für Hobbies oder andere Interessen übrig.

Das Cello war für mich nie ein Hobby, sondern Berufung. In den letzten 4 Jahren wurde die Tantramassage mehr und mehr zu meiner Berufung. Und in beiden Bereichen nur jeweils 50% geben, das liegt mir nicht. Wo ich mich mit Leidenschaft und Hingabe einlasse, da dann eben komplett. So war der Schritt, dass Cello zu verkaufen, nur konsequent und folgerichtig für mich. Ich gebe meine ganze Energie auf eine Sache und habe dann dort meinen Fokus. Und: ich bin sehr glücklich mit meiner Wahl und ein zufriedener und ausgeglichener Mensch dadurch.

Stefanie: Du kommst ja aus Italien. Sicherlich eher aus einer konservativen und katholischen Familie? Wie haben sie auf Deine Wahl reagiert?

Maria Giulia: Es war natürlich ein Schock für sie und dauerte eine Weile, bis sie sich daran gewöhnen konnten. Sie hatten große Hoffnungen in meine Karriere als Musikerin gesetzt, da sie selbst sehr musikbegeistert sind. Doch sie lieben mich und ich liebe sie – so haben wir einen Weg des gegenseitigen Verständnisses gefunden und sie wünschen sich im Grunde nichts mehr, als das ich ein glücklicher Mensch bin.

Ich bin stolz auf diesen Beruf und stehe voll hinter der Tantramassage. Es ist meine Berufung, macht mir sehr viel Spaß und es ist der richtige Platz im Leben für mich. Das gibt mir Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit. Und auch die Freiheit, dazu zu stehen, ich verstecke mich nicht damit. Das spürt meine Familie und so kann sie es akzeptieren, dass es der richtige Weg für mich ist und es mir gut tut.

Den zweiten Teil des Intervies mit Maria-Giulia und wie sie überhaupt nach Deutschland und dann zur Tantramassage kam, könnt Ihr in den nächsten Tag hier lesen.

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