Interview mit unserer Kollegin Astrid

20150302 Astrid_Ananda_Antonia Vilos

Was bewegt unsere Masseurinnen und Masseure außerhalb von Ananda? Welche Gedanken machen sie sich zur Tantramassage? Was für weitere Interessen und Talente gibt es in unserem vielfältigen Team? Hier könnt Ihr regelmässig Interviews mit unseren Teammitgliedern lesen, die zahlreiche weitere Facettten ihrer Persönlichkeit vorstellen. Den Anfang machen wir mit unserer Kollegin Astrid, die neben der Tantramassage ihre Zeit noch mit anderen und unvermuteten Tätigkeiten verbringt.

Was bedeutet Tantramassage für dich?

Tantramassage heißt für mich zuallererst:
Frieden schließen mit dem Körper, wie er ist. Wenn du dich zu Hause im eigenen Körper fühlst, wird nämlich plötzlich alles irgendwie „tantrisch“. Weil du dann deine Verbindung zu allem, was dich umgibt, so deutlich spüren kannst. Dein Körper öffnet sich für deine ursprüngliche Kraft und für eine leidenschaftliche Lebendigkeit. Und die Tantramassage verleiht dieser Lebendigkeit auch noch einen maximal schönen Ausdruck – ich sehe sie als ein Kunstwerk aus Bewegung und Stille, und auch als einen einzigartigen Fingerabdruck, den du unter der Haut und in der Seele deines Partners hinterlässt. Eine Spur, zu der dein Partner sich in jedem Moment neu ausrichten und an der er sich selbst Form geben kann. Meine eigenen Hände im Dienst von Schönheit und Würde zu erleben, ist ein erhebendes Gefühl.
Ja, ich weiß! Das ist ganz schön poetisch formuliert. Aber da fängt es eben schon an:
Auch Worte und Bilder können tantrisch sein, und ich denke, sie sind es immer dann, wenn sie berühren. Und sie dienen mir sogar, um mich selbst zu berühren.

Was war bisher dein berührendstes Erlebnis in der Tantra-Massage?

Ich muss da von zwei Erlebnissen erzählen, das eine war mit einer Frau, das andere mit einem Mann. Beide gehören irgendwie zusammen, wie ja auch meine innere Frau und mein innerer Mann den ewigen Tango tanzen. Oder ist es Salsa?

Der Mann jedenfalls kam als sehr beherrschter, vernünftiger, ich würde sogar sagen eher verschlossen wirkender Mensch zu seiner ersten Tantra-Massage. Als meine Hände ihn berührten, gab es für mich so eine Art intuitives „Klick“, und ich hatteplötzlich das Gefühl, meine gesamte Weiblichkeit ist eingeladen, sich hier zu entfalten. Bei aller Beherrschtheit, meine Finger spürten diese sanfte Resonanz hinter seiner
Vernunft und ich war entzückt! Die Massage erlebte ich selbst als einen einzigeninnigen Tanz auf seinem Körper. Ich konnte in meinen Händen spüren, wie sich dieEnergie in seinem Körper bewegte. Und wie soll’s anders sein? Er war so berührt am Ende der Massage, dass er kaum Worte fand. Stattdessen sah ich Tränen der Dankbarkeit über sein Gesicht rollen. Für die er sich zwar schämte, die für mich aber das größte Geschenk dieser Begegnung waren.

Tja, und die Frau – die überraschte mich komplett! Ich stellte mich auf eine sehr koordinierte, gut strukturierte Tantramassage ein, ich wollte alles in der Ausbildung Gelernte perfekt anwenden. Mir war nicht klar, dass diese perfektionistische Haltung, die ich mitunter an mir verurteile, genau das war, was diese Frau brauchte, um komplett in ihre Hingabe einzutauchen. Und ich sag’s ungelogen: Sie war SO schön darin! Ich erinnere mich, dass es in ihrer Yoni einen Punkt gab, der mir beinah den Finger verbrannte. Ich hatte von Anfang bis Ende der Massage keinerlei Idee, was das alles mit mir zu tun haben soll, wohl aber spürte ich eine elektrische Welle nach der anderen durch mich hindurchrauschen. Es schien, als tauche sie in einen Raum, der absolut heilend für sie war, und mich brauchte es offenbar nur, um diesen Raum strukturell aufrechtzuerhalten, ohne etwas Besonderes zu tun. Noch Tage danach war ich fasziniert von dieser Energiedusche, und heute würde ich dieses Erlebnis ganz klar als eine spirituelle Erfahrung bezeichnen.

Was berührt dich, wenn du nicht massierst?

Ich liebe einfach dieses Bumm-Bumm! (lacht) Früher habe ich nächtelang durchgetanzt auf Techno-Trance-Musik. Heute ist es der Beat von mehreren großen Schamanentrommeln – ich spüre im Tanz zu den Trommeln diese pulsierende Urkraft, diesen Rhythmus, der das ganze Sein trägt. Das ist wie … der Herzschlag einer großen Kriegerin! Ja! Es ist ein archaisches, sehrkraftvolles Sein, mit dem ich mich über das Trommeln verbinden kann. Irgendwie ist auch mein Körper wie eine Trommel: ein Instrument für eine Lebendigkeit, die größer ist als ich selbst und die sich durch mich austobt und feiert.

Und dann ist da noch meine Leidenschaft für Geschichten und Bilder. Ich meine die alten Heldengeschichten, Märchen und Mythen. Ich kann mich erinnern, wie ich als Kind meine Oma bis an den Rand der Erschöpfung bedrängt habe, mir magische Geschichten zu erzählen. Meine Imagination war eine unglaubliche, innere Großleinwand – und ich verbrachte als Teenager unzählige Nächte Geschichten lesend mit Taschenlampe unter der Bettdecke …

Nach einigen Jahren des Vergessens und sogenannter „Spät-Pubertätswirren“ fiel mir plötzlich ein Tarotdeck in die Hände – und da war’s dann um mich geschehen. Ich erinnerte mich augenblicklich an meine vergessene Bilderwelt und wühlte mich im Zusammenhang mit Tarot wie eine Besessene durch C.G. Jung, durch religiöse Weltanschauungen und alte Mythen, wälzte Lexika und Symbolbücher – ich sah plötzlich im Tarot verwoben die gesamte Menschheitsgeschichte, und meine Sehnsucht war wirklich, sie ganz und gar zu verstehen! Na ja, ich glaube, diesen Umweg von außen nach innen muss jeder irgendwie machen – denn mal ehrlich:
Kommt man nicht immer früher oder später bei sich selbst an mit dieser unausweichlichen Frage: Wer bin ich eigentlich? Und was verwirklicht sich durch mich hier in dieser Welt? Ich benutze das Kartenlegen und meine Imagination heute, um Menschen in Tarotkursen eine Möglichkeit zu eröffnen, ihren kreativen Mut wiederzuentdecken, ihre visionäre Kraft wiederzubeleben und sich von ihrer eigenen Innenwelt berühren zu lassen.

Ach ja, und alle, die mich etwas näher kennen, wissen auch, dass ich mitunter ein wenig strukturfanatisch bin! Also, im weiteren positiven Sinne meine ich damit: Innere und äußere Aufgeräumtheit. Und passend dazu habe ich eine weitere Leidenschaft: HTML! Ich gebe zu, ich stehe drauf, jedes Pixel auf dem Bildschirm zu kontrollieren und das fehlende Komma im Quelltext zu finden, wenn der Browser mir mal wieder Designsalat liefert. Heute gibt es ja WordPress und Content Management. Aber mir geht’s eben immer noch um dieses Glücksgefühl, das ich habe, wenn ich den Punkt setzen kann, der mit einem Streich den gesamten Salat zu einer wunderschönen, selbst gebastelten Webseite macht! Auf meiner Website „Empfingungsreich“ z.B. könnt Ihr mehr über mich, meinen Hintergrund und meine Leidenschaft für die Tantramassage erfahren.

Liebe Astrid, vielen Dank für die Erlaubnis, dass wir einen Blick hinter Deine Kulissen tun durften! Hat viel Spaß gemacht und ich freue mich auf weitere schöne Begegnungen und inspirierende Gespräche im Ananda mit Dir.

Stefanie

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